Da schlagen zwei Herzen in meiner Brust – kennen Sie das? Bestimmt.

 Ense ist eine kleine Gemeinde am Haarstrang, eine Gemeinde, in der sich die Bürgerinnen und Bürger wohl fühlen dürfen. Hier sind die Schulen, die Kindergärten, die Sozialstruktur in Vereinen und Verbänden ebenso gut in Schuss wie die Straßen und Kanäle. Unsere Heimatgemeinde bietet uns eine ungeheure Vielfalt an Ausbildungs- und Arbeitsplätzen aber auch Einrichtungen betreuten Wohnens und ein umfangreiches soziales Netz. Und weil das Gehaltsniveau unserer Einwohner gestiegen ist in den letzten Jahren, steigt auch die Kaufkraft, wird unsere Gemeinde attraktiver für – ja, nicht zuletzt auch für den neuesten Zuzug: den Drogeriemarkt an der Windmühle.

Das alles scheint uns selbstverständlich. Sind Sie sicher?

Alles, worüber die von Ihnen gewählten Ratsmitglieder entscheiden, ist abhängig von der Höhe der Steuereinnahmen – indirekt in Bezug auf die Lohn- und Einkommenssteuer – direkt in Bezug auf die Gewerbesteuer. Konkret: Steigen die Gehälter der Arbeitnehmer in Ense, bekommt die Gemeinde einen größeres Stück vom riesigen Kuchen namens Lohn- und Einkommenssteuer. Steigen die Geschäftsgewinne der Gewerbetreibenden, profitiert das Enser Gemeinwesen unmittelbar.

Fazit: Stellen wir den Gewerbetreibenden mehr Fläche zur Verfügung, steigen die Einnahmen nicht nur aus der Gewerbesteuer. Stellen wir nämlich den Gewerbetreibenden Flächen für ihre Unternehmen zur Verfügung, die hochqualifizierte Mitarbeiter beschäftigen und stellen wir diesen Mitarbeitern und ihren Familien auch Fläche zum Bauen, Wohnen und Leben zur Verfügung, dann leisten wir einen Beitrag zum Wohlstand aller Enser – direkt oder indirekt.

Frau Dr. Konstanti von den Grünen im Rat der Gemeinde Ense fordert, dass wir aufhören mit der Flächenversiegelung. Die Grünen möchten das Wachstum der Gemeinde stoppen. Der Indu-Park in Höingen soll auf keinen Fall ausgeweitet werden. Die Grünen wollen keine Flächen für weitere Wohngebiete mehr ausweisen. Ihr Argument: Indem wir weitere Freiflächen versiegeln, nehmen wir der Natur den Raum zum Leben, wir selbst nehmen uns den Raum zum Leben. Und wissen Sie was – die Grünen haben Recht!

Als Christdemokratin fühle ich – wie die Grünen auch – die Verpflichtung, Schöpfung zu bewahren.

Wie sehen Sie das, frage ich mich. Entscheiden Sie sich für Wachstum und Entwicklung Richtung Zukunft? Oder nehmen Sie die Einschränkungen in Kauf, die aus dem Verzicht weiterer Flächenversiegelung resultieren? Sind Sie bereit für das Einfrieren Ihres Standards auf dem aktuellen Niveau oder wollen Sie, dass Ense an Attraktivität verliert, schrumpft zugunsten des Erhalts der unversiegelten Flächen?

Schreiben Sie mir: an.silviaklein@web.de

Dieser Artikel wird auch im nächsten Ense-Press erscheinen, und ich hoffe auf eine Stellungsnahme von Ihnen.

Wie gesagt, zwei Herzen schlagen in meiner Brust.

Danke für`s Zuhören,

Ihre Silvia Klein


Nach oben