Umweltministerin diskutiert mit jungen Landwirten

Nach ihrer Besichtigung des neuen Schweinestalls von Familie Junker in Volbringen in der vergangenen Woche nahm sich die Ministerin für Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz, Ursula Heinen-Esser (CDU) noch eine knappe Stunde Zeit, um sich mit jungen Landwirtinnen und Landwirten über die Zukunft ihres Berufsstandes auszutauschen. Auf Einladung des heimischen CDU-Landtagsabgeordneten Heinrich Frieling und des Vorsitzenden des CDU-Kreisagrarausschusses Georg Busemann traf sich die Ministerin auf dem Hof Münstermann in Oberense mit rund 20 amtierenden oder angehenden Betriebsinhabern aus der Region, darunter vor allem auch Auszubildende und Junglandwirtinnen und -landwirte. In freundlicher Atmosphäre kamen dabei ernste Themen zur Sprache, die den Betroffenen Sorgen für die Zukunft ihres Berufes in Deutschland machen, vor allem hinsichtlich der Tierhaltung. Beispielhaft ist dafür die aktuelle Diskussion um die Ferkelkastration. Bleibt es bei der nur in Deutschland geltenden strengen Gesetzeslage, ohne dass innerhalb der nächsten beiden Jahre eine Lösung gefunden wird, die sowohl der Gesetzeslage, aber auch dem Arbeitsschutz und der wirtschaftlichen Machbarkeit für Tierärzte und Landwirte gerecht wird, droht die weitere Verlagerung ins weniger strenge Ausland. Unterstützung erhoffen sich die Landwirte von der Ministerin aber auch gegenüber dem Einzelhandel, der die Bemühungen der Landwirtschaft für mehr Tierwohl letztendlich annehmen und vermarkten muss, wenn diese den Verbraucher erreichen sollen.

 Dieser müsse schließlich auch bereit sein, die höheren Standarts, die in Sachen Tierwohl angeboten werden, zu finanzieren. Auch das Thema Grundwasserschutz durfte nicht fehlen. "Trotz Schwierigkeit der Themen war die Diskussion für alle Beteiligten eine Bereicherung. Es wurde deutlich, dass die Landwirte bereit sind, ihren Beitrag zum Tierwohl und Grundwasserschutz zu leisten, dass aber auch die Gesellschaft in der Pflicht steht. Vor allem benötigen die jungen Landwirte Investitionssicherheit, wenn sie neue Haltungsformen schaffen oder alte tiergerecht weiterentwickeln sollen. Nur wenn sie dann auf europaweit gleiche Wettbewerbschancen ohne einseitige nationale Zusatz-Standarts treffen, ist die landwirtschaftliche Produktion vor Ort gesichert und eine Verlagerung samt Kontrollverlust ins Ausland bleiben aus.", fasst Heinrich Frieling, selbst Mitglied im Ausschuss für Umwelt und Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landtags, das Gespräch zusammen. Ministerin Heinen-Esser lud die Landwirte ein, sich bei der anstehenden Diskussion um die landesweite Nutztierhaltungsstrategie einzubringen und zum vertiefenden Gespräch nach Düsseldorf zu kommen.

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